Arbeit

Kunst und Mathematik. Konkrete Kunst

„The mathematician's patterns, like the painter's or the poet's must be beautiful; the ideas, like the colours or the words must fit together in a harmonious way.“
G.H. Hardy

Die Verbindung zwischen bildender Kunst und Mathematik ist im Grunde naheliegend, denn Mathematik besitzt eine ganz eigene, elegante Schönheit. Dennoch ist bildende Kunst, die auf mathematischen Sachverhalten basiert, nicht häufig zu finden. Die Arbeiten von Irene Schramm-Biermann können der Konkreten Kunst zugeordnet werden.
Ideen entstehen durch die Beschäftigung mit einem mathematischen Sachverhalt, durch spontane Eindrücke oder durch Recherche in dem reichen Spektrum der zur Visualisierung geeigneten mathematischen Gegebenheiten.
Nach zunächst spielerischer Planung mit verschiedenen Entwürfen schließt sich die endgültige künstlerische Umsetzung an. Diese lässt im Verlaufe des Arbeitsvorgangs durchaus gestalterische Freiheiten und den Zufall zu, was nicht nur, jedoch insbesondere die Farbwahl betrifft.
Trotz der inhaltlichen Rationalität erscheinen die Arbeiten nicht etwa nur intellektuell oder cool, sondern strahlen durch das Zusammenspiel der Farbe, durch Farbübergänge und den teils inhomogenen Farbauftrag in der Fläche eine gewisse Sinnlichkeit aus.
Bevorzugte Techniken sind Pigmente und Acryl auf Leinwand.

Irene Schramm-Biermann arbeitet meist sehr lange an einem Vorhaben. So produziert sie nicht schnell und daher relativ wenig - in der Regel Einzelstücke, selten Serien.

Geleitwort

Die mathematischen Bilder von Irene Schramm-Biermann leben vom Spannungsfeld zwischen theoretischer Abstraktion und Anschauung - sie machen Mathematik sichtbar. Der gewählte Zugang ist spielerisch - mathematische Ideen werden aufgegriffen und durch Spiel mit Formen und Farben dem Betrachter nahegebracht. Seien es die Fibonacci-Zahlen, Peano-Kurven, oder der sogenannte Sierpinski-Teppich - klassische und durchaus anspruchsvolle Mathematik wird so lebendig. Von Vladimir Nabokov stammt das Bonmot "There is no science without fancy and no art without fact". Die Arbeiten von Irene Schramm-Biermann leisten beides: Sie spiegeln etwas wider von der Phantasie der Mathematiker und zeigen zugleich die mathematische Tatsachen.

Prof. Dr. Henning Krause, Universität Bielefeld, Fakultät für Mathematik

Von der Schönheit der Mathematik

Irene Schramm-Biermann thematisiert in ihrem künstlerischen Werk die bildliche Umsetzung mathematischer Gesetzmäßigkeiten. Sie spiegelt in ihren Bildern die Eleganz und Raffinesse dieser Wissenschaft. Die Auseinandersetzung mit den faszinierenden Sachverhalten der Mathematik führt bei ihr zu Bildern, die sich dem Spiel der theoretischen Gedankengänge widmen. Denn wie die Kunst, so appelliert auch die Mathematik an die menschliche Imagination. Die Künstlerin arbeitet in einem speziellen Bereich, mit dem sich bislang nur wenige befassen. Ausgangspunkt für dieses Interesse der Kunst an Mathematik kann jedoch bereits im 16. Jahrhundert in Dürers “Melencolia I” gesehen werden, die auf die Lösung mathematischer Probleme referiert. Kreativität und bildhafte Vorstellungskraft spielen in beiden Disziplinen eine wesentliche Rolle. Irene Schramm-Biermann verwendet in ihren Werken reine Pigmente und Acrylfarben mit transparenter oder deckender Wirkung. So entstehen sublime Bilder von poetischer Schönheit, die es dem Betrachter ermöglichen, den dargestellten Sachverhalt intuitiv zu erfassen. Die Arbeiten der Künstlerin wecken eine ungekannte Lust an Kunst und Mathematik, denn: In den Werken von Irene Schramm-Biermann kann man beides - Sehen und Denken lernen.

Sabine Marzinkewitch M.A. Kunsthistorikerin

Landschaften

Das Genre Landschaftsmalerei wird bewusst sehr weit gefasst, wodurch sich ein interessantes Spektrum ergibt:
Selbst einige zunächst sehr real wirkende Landschaftsansichten sind „Innenbilder“, denn sie zeigen Zusammenfassungen von Eindrücken und Stimmungen aus der Natur, wobei Landschaftselemente wie Himmel, Wald, Äcker, Wasser zu nicht existierenden Gegenden zusammengefügt werden.
Physikalische Festlegungen werden manchmal verlassen und reale Bruchstücke zu irrealen Landschaften vereint. Die geometrische Linienführung einiger Arbeiten weist bereits auf die Zuwendung zur Konkreten Kunst hin.
Zum Gesamtwerk gehören auch Interpretationen von Szenen aus der Literatur und enthalten dort beschriebene Landschaftselemente, wie zum Beispiel im Bild „Daucus Carota“ zu einem Märchen von E.T.A. Hoffmann.
Der teils hauchdünne Farbauftrag zeigt sich besonders schwierig in seiner Abhängigkeit vom Licht, verleiht den Arbeiten jedoch Leichtigkeit und Transparenz. Im Umgang mit natürlichen und synthetischen Pigmenten wird die Farbe an sich in ihrer ganz unterschiedlichen Konsistenz, Deckkraft und Schwere erfasst. „ Es ist nichts zwischen der reinen Farbe und mir“, sagt Irene Schramm-Biermann. Je nach erwünschter Farbwirkung setzt sie jedoch auch Acryl oder Ölfarben ein.

Work


The artistic work is formed in particular by the work focus on Concrete Art with reference to mathematics and landscapes:

Art and Math

The connection between fine arts and mathematics is basically obvious, because mathematics has its own elegant beauty. Still, fine arts based on mathematical facts are not often found. The works of Irene Schramm-Biermann can be assigned to Concrete Art. Ideas arise through dealing with a mathematical issue, through spontaneous impressions or through research in the rich spectrum of mathematical conditions suitable for visualization. After initially playful planning with various designs, the final artistic implementation follows. This allows for creative freedom and chance in the course of the work process, which not only, but especially, affects the choice of color. Despite the rationality of the content, the works do not only appear intellectual or cool, but rather radiate a certain sensuality through the use of color, color transitions and sometimes inhomogeneous application of paint over the surface. Preferred techniques are pigments and acrylic on canvas.

Landscapes

The genre of landscape painting is deliberately defined very broadly, which results in an interesting spectrum: Even some landscape views that initially seem very real are “interior images”, because they show summaries of impressions and moods from nature, with landscape elements such as sky, forest, fields, water merged into non-existent areas. Physical definitions are sometimes abandoned and real fragments are combined to form unreal landscapes. The geometrical lines of these works already indicate their turn to Concrete Art.